Monatsarchiv für Juli 2008
Zum zweitenmal war es der zwanzigjährigen Verona innerhalb von Wochen passiert, dass sie in der einsamen Straße der Nobelgegend mit einem Exhibitionisten konfrontiert wurde. Beim erstenmal hatte sie entsetzt aufgeschrieen, auf dem Absatz kehrt gemacht und war davongerannt. Beim zweitenmal hatte sie auf vier oder fünf Meter Entfernung sogar neugierig auf den strammen Pint […]
Im fünften Mal schon hatte sich achtundzwanzigjährige Viola Schubert der Gruppe angeschlossen, die jährlich im Frühjahr Fastenwandern organisierte. Anja, nun schon seit zwei Tagen ihre Weggefährtin, machte das zum zweiten Mal mit. Ein strenges Regime herrschte in der Gruppe. Außer Gemüsebrühe gab es zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen nur noch Mineralwasser in beliebigen Mengen. Dabei wurden […]
Hendrik wunderte sich, dass seine Frau nicht bemerkte, wie er die Lichthupe betätigte, als er vom Gartentor bis zur Garage rolle. Auf den Gedanken, dass sie schon schlafen konnte, kam er gar nicht. Das Wohnzimmer war hell erleuchtet. Das Schlafzimmerfenster konnte er allerdings von vorn nicht einsehen. Er schmunzelte, als er vergeblich versuchte, die Haustür […]
Corinna verursachte bei dem frischgebackenen Konditorgesellen so manchen Seufzer. Neunzehn war er und seit vierzehn Tage bei der stadtbekannten Konditorei tätig. Corinna war Haugehilfin, ein verdammt hübsches Weib. Mit ihren fünfundzwanzig Jahren wirbelte sie herum wie eine Achtzehnjährige. Sie machte ihm bei jeder Gelegenheit schöne Augen. Sie provozierte ihn mit ihren Blicken, wenn sie auch […]
Mit ausgestreckten, fettigen Händen schob ich mich durch die Tür zum Bad. Meine Frage blieb mir zunächst im Halse stecken. Lag doch der Klempnerbursche tatsächlich in meiner neuen Eckbadewanne und schraubte an den Armaturen. Als er mich bemerkte, schloss er genießerisch die Augen und faselte: “Wenn ich dran denke, wozu so eine riesige Wanne verführen […]
Schon über zwei Stunden hatte ich auf den Mann gewartet. Nun stand er plötzlich im Türrahmen. Gut, dass ich wenigstens ein bisschen durch Schreibtisch und PC gedeckt war. Undenkbar, hätte er vollen Einblick auf meine Selbstvergessenheit gehabt. Ich kam gerade noch dazu, den Bildschirm abzuschalten und meinen kleinen Schnurrer im Schreibtisch zu verstecken. Dann musste […]
