“Wie schön, dass Sie auch wieder einmal da sind, Frau Becker”, sagte ich und lächelte sie an; froh darüber, dass sie keine Ahnung hatte, wie ernst ich das meinte. Als Frauenarzt bekommt man ja den ganzen Arbeitstag lang nur Frauen zu sehen; als Patientinnen ebenso wie Arzthelferinnen. Deshalb bin ich im Laufe der Zeit ein regelrechter Kenner geworden, was weibliche Schönheit betrifft.
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Eigentlich hatte ich das nicht ganz ernst gemeint, als ich sagte, ich hätte inzwischen die Nase endgültig voll von Männern. Aber es muss zumindest so gewirkt haben. Die Frauen, die da waren, sagten zwar nichts, aber die anwesenden Männer haben natürlich gleich gelästert. In Kurzfassung könnte man ihre Reaktionen darauf reduzieren, ich müsse nur mal wieder richtig gevögelt werden, dann würde ich mir das schon noch mal überlegen. Aber genau das war ja das Problem; ich hatte vom Vögeln mehr als genug. Dabei steigt einer auf mich drauf, schiebt etwas in mich hinein, jackelt sich einen ab, schnauft einmal kurz, fällt von mir herunter, dreht sich um – und schläft ein. Ihr glaubt gar nicht, wie satt ich das hatte!
Als Liah und Frankie den Club betraten, waren alle Lichter auf die kleine Bühne in der Mitte des Raumes gerichtet. Es war nicht besonders voll. Die laute Musik und das gedämpfte Licht erzeugten eine Atmosphäre, die vergessen ließ, dass es eigentlich erst nachmittags war. Es konnte genauso gut in einer Bar im Vergnügungsviertel, mitten in der Nacht sein. Liah und ihr Begleiter gingen durch den Dunst aus Kunstnebel und Zigarettenqualm zur Theke und fanden zwei freie Barhocker.



